Titelbild, Pfarrei Herz Jesu, Schwandorf

„Seht her, Gott, der Herr, wird mir helfen.“ (Jesaja 50,9). - Es sind wirklich schöne Worte, mit denen die heutige Lesung endet. So voller Vertrauen und Zuversicht. Ein Vertrauen, von dem wir uns alle anstecken lassen sollten, weil Vertrauen etwas mit unserer inneren Lebenseinstellung macht. Um Vertrauen bittet auch das heutige Tagesgebet: „Erwecke in uns das feste Vertrauen, dass uns durch den Tod deines Sohnes ewiges Leben geschenkt ist.“
Immer und immer wieder ist es das Vertrauen, zu dem wir in diesen Tagen angehalten werden. Egal, was die Zukunft auch bringt: Vertrauen ist angesagt. Der Tag, der heute, jetzt im Moment stattfindet, ist der Tag, den ich mit Leben erfüllen kann und soll. Ich darf Vertrauen in den haben, der mir heute diesen Tag geschenkt hat. Und ich darf auch vertrauen auf das, was wir „ewiges Leben“ nennen.
Vieles in unserem alltäglichen Leben ist nur noch auf das Hier und Jetzt ausgerichtet, so als ob dieses Leben hier alles wäre. Und vieles davon zerrinnt uns momentan zwischen den Händen, wir können es nicht festhalten. Da ist es gut, einmal die eigene Lebensplanung zu überdenken: was ist für mein Leben hier und jetzt wirklich wichtig, und was könnte man beiseite lassen? Jetzt ist aber auch einmal die Gelegenheit, über das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott nachzudenken. Die Tage von Tod und Auferstehung Jesu laden intensiv dazu ein. An die Gemeinde in Philippi schreibt Paulus: „Unsere Heimat ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich alles unterwerfen kann.“ (Philipper 3,20-21) - Denken Sie mal drüber nach, es lohnt sich, denn „Gott, der Herr, wird mir helfen!“

„Es war aber Nacht“ (Johannes 13,30b) - das ist die kleine, unscheinbare Anmerkung, die der Evangelist Johannes niederschreibt, nachdem Judas das Abendmahl verlassen hat. 

Es war aber Nacht – einerseits klar: das Abendmahl hatte an einem Abend stattgefunden, und wenn es ein typisch jüdisches Mahl war, dann hatte es wohl auch einen ritualisierten Ablauf, der eine gewisse Zeit dauerte; es wird also wirklich Nacht gewesen sein, als Judas geht. 

Es war aber Nacht – damit kann auch eine geistige Nacht gemeint gewesen sein: wer nämlich den Evangelisten Johannes kennt, der weiß, dass er oft mehr mit einer kurzen Aussage ausdrücken möchte. So kann man sagen: über Judas ist die Nacht hereingebrochen. Oder: über Jesus und die Jünger bricht jetzt die Nacht des Verrats, der Verhaftung, des Verhörs, der Verlegung etc. herein. 

Es ist eine düstere Atmosphäre im Abendmahl, so wie Johannes uns das heute beschreibt. Aber bei genauerem Hinsehen kann man doch schon wieder einen leichten Glanz erkennen: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.“ (Johannes 13,31) 

So wie uns auch jetzt manches düster vorkommt – es wird Licht, strahlender Mittag! Es wird Ostern, es gibt eine Auferstehung. Vielleicht trifft es jetzt die Strophe aus einem neuen geistlichen Lied: 

„Über Berge und Täler schallt eine frohe Botschaft mit Allgewalt: Gott ist da, sein Reich beginnt, alle Menschen Brüder (und Schwestern) sind.“

Palmsonntag
Bibeltexte: Matthäus 21,1-11; Jesaja 50,4-7; Philipper 2,6-11; Matthäus 25,14-27,66
 
Mit dem Palmsonntag befinden wir uns jetzt in der Heiligen Woche, der Karwoche. Wir schauen intensiv auf die letzten Tage Jesu. Einmal auf seinen Einzug in Jerusalem, auf die „Hosanna“-Rufe der Menschen, auf diejenigen, die ihm zujubeln. 
 
Wir lesen, wie Jesus auf einer Eselin in die Stadt Jerusalem reitet; ging es um eine kriegerische Handlung, ritt man auf einem Pferd, kam man auf einem Esel, dann war das ein Ausdruck für Frieden. 
 
Gottes Sohn kommt in friedlicher Absicht, um die Menschen um sich zu sammeln.
 
Doch bald schon kippt die Stimmung; auch davon erzählt der Palmsonntag - in der Leidensgeschichte aus dem Matthäusevangelium. Der Einzug Jesu in seine Stadt Jerusalem endet - mit dem Tod. 
 
Doch glücklicherweise wissen wir: mit dem Tod ist es nicht zu Ende. Mit dem Tod geht es weiter. Denn nach dem Tod kommt die Auferstehung!
 
Sehr schön formuliert das die heutige erste Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja. Das dritte Lied vom Gottesknecht scheint ja in vielen Bereichen wie ein Abbild des Lebens Jesu.
 
Wenn wir so wollen, dann könnte - oder sollte - unser Leben auch ein Abbild des Lebens Jesu sein - auch wir sollten der „Gottesknecht“ sein. Doch Gott nennt die Seinen nicht mehr Knechte - er nennt sie Freunde!
 
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Wie ist er denn, dieser Jesus von Nazareth? Diese Frage taucht immer wieder einmal auf. Wenn wir die Lieder vom Gottesknecht aus dem Buch Jesaja auf Jesus beziehen, was die Theologen immer wieder getan haben, dann ergibt sich ein recht eindrückliches Bild. „Er schreit nicht und lärmt nicht (…). Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; (…). Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen (…).“ (Jesaja 42,2-4*).
Er macht auch nicht den Eindruck, als würde er sich wichtig machen. Er erhebt seine Stimme nur, wenn es unbedingt sein muss. So scheint es ja auch im Evangelium: wenn Jesus spricht, dann hat er Wichtiges zu sagen. Wenn er Wunder oder Zeichen tut, dann meist mit einer Aussage dahinter und nicht, um auf sich aufmerksam zu machen. Alles, was er tut, ist, das anbrechende Reich Gottes unter uns sichtbar zu machen.
Und so beginnen wir die Karwoche. Das althochdeutsche Wort „kara“ bedeutet Trauer oder Klage. Wenn wir diese Woche jetzt Karwoche nennen, zeigt das, dass wir sie vom Karfreitag und vom Karsamstag bestimmt sehen. Aber trotzdem sollten wir auch zu Beginn dieser Woche nicht vergessen, dass Karfreitag und Karsamstag nicht das Ende sind. 
Wir nennen diese Woche jetzt auch „Heilige Woche“. Das, was wir in diesen Tagen feiern, mündet in den Ostersonntag. Jesu Weg führt durch Tod zum Leben, durch das Dunkel zum Licht.
Damit wir diesen Weg mit ihm gehen können, darum ist er zu uns gekommen. Als unser Leiter und Begleiter.

Manchmal springt einen etwas an; so ging es mir heute früh bei den Laudes, also beim Morgengebet der Kirche. Die kurze Lesung aus dem 65. Kapitel des Jesajabuches beginnt mit den Worten: „Ich sagte: Hier bin ich, hier bin ich!“ - Für mich war das heute früh schon eine berührende Erfahrung; gerade in einer Zeit, wo es doch leicht vorkommen kann, dass man sich isoliert vorkommt aufgrund der Beschränkungen, da spricht Gott: „Hier bin ich, hier bin ich!“.
 
Auf die gleiche Spur führt uns das heutige Tagesgebet: „Barmherziger Gott, du wirkst das Heil der Menschen zu jeder Zeit; in diesen Tagen aber bist du uns besonders nahe.“ - Gott lässt sich finden, gerade jetzt. Aber jeden Tag muss ich mich wieder öffnen für ihn. Er tut wirklich Großes für uns.
 
Gerade beobachte ich drei Spatzen in dem Baum vor dem Fenster meines Arbeitszimmers, die gerade Material für ihr Nest sammeln. Und ich erinnere mich an das Wort Jesu: „Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie.“ (Matthäus 6,26).
 
Gott sagt auch heute zu Dir, zu Ihnen: Hier bin ich, hier bin ich!