Titelbild, Pfarrei Herz Jesu, Schwandorf

Dritter Sonntag der Osterzeit
Apostelgeschichte 2,14.22-33; 1. Petrusbrief 1,17-21; Johannes 21,1-14
 
Beruhigend. Oder doch beunruhigend? Es kommt auf die Sichtweise an. Was Petrus in seinem ersten Brief schreibt, das kann uns erst einmal herausfordern. „Wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht“ (1. Petrus 1,17).
Wie empfinden Sie es denn? Ist dieser Ausschnitt für Sie beruhigend oder beunruhigend? Petrus sagt, dass Gott, der Herr, jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt.
Für manchen mag das sehr tröstlich sein, für manch anderen eher ein Ärgernis: da rackert man sich ab, versucht, es zu hohem Ansehen zu bringen, und dann bringt mir das gar nichts… Oder man ist „ein hohes Tier“ und meint, von daher bei Gott einen besseren Stellenwert zu haben. Nur: so ist es nicht. Vor Gott zählen andere Maßstäbe.
So ist Gott übrigens schon im Alten Testament: der Herr sagt zu Samuel: „Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ (1. Samuel 16,7).
Vor Gott ist es egal, wer ich bin, welchen Titel ich vielleicht habe, was ich alles vorweisen zu können meine. Vor Gott gilt der Mensch, wie er sich seinem Gott und seinem Nächsten gegenüber verhält.
Und tatsächlich: wenn ich mein Leben überdenke, dann kann das beruhigend oder beunruhigend sein. Auf jeden Fall aber ist es eine Herausforderung an uns. Und an Herausforderungen wächst man…
Was kann ich heute tun, um geistlich zu wachsen?